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Anreise

So, es wird Zeit und zwar die allerhöchste, nämlich von meinen Aktivitäten im Land des Tequila und der Sombreros zu berichten. Inzwischen hinke ich gut zweieinhalb Monate hinterher, also auf geht’s!

Fangen wir ganz vorne an, nämlich, wie ich überhaupt hergekommen bin. Der 2. August im Jahre des Herrn 2006 war der Tag meiner Abreise - ich hatte mich für einen Flug mit Continental Airlines entschieden, der mich von Hamburg, Flughafen Fuhlsbüttel über Newark International bis schließlich nach Mexico City, Benito Juarez International führen sollte.

Mit den Eltis und meiner Süßen fuhren wir um vier Uhr morgens nach Hamburg. Der Check-In verlief reibungslos, man durfte sich viele Fragen von einem Sicherheitsmenschen anhören(der offenbar darauf geschult ist, einem fortwährend in die Augen zu starren) und dieselben dann beantworten, ob man irgendwelche elektronischen Geräte dabei hat, ob diese einem selbst gehören oder Eigentum meiner Firma oder von irgendjemand anders sind, etc. Bei der Gepäckaufgabe bekomme ich noch die Einreiseformulare für Amiland in die Hand gedrückt und dann geht’s auch schon fast los. Ich verabschiede mich von meinen Lieben - hätte euch gern noch doller gedrückt - und quetsche mich durch den Metalldetektor, der den öffentlichen von dem Sicherheitsbereich trennt. Durch die Glaswand winke ich nochmal zurück, dann mache ich mich auf den Weg zum Abflugterminal. Auf dem Weg dorthin will eine MasterCard-Promoterin mir eine Kreditkarte aufschwatzen. “Danke, ich hab schon eine.” - “ist kein Problem, haben Sie denn ein monatliches Einkommen?” - “Nö.” - “Hmmm…” - “Was halten Sie denn davon, wenn wir darüber sprechen, wenn ich wiederkomme?”. Sie war einverstanden…na wenn die wüßte =)

Kurz vorm Boarding werde ich wieder gefilzt - und derselbe Sicherheitsfragen stellt, ergänzt um “Wo hat sich ihr Handgepäck befunden, seit Sie den Check-In Schalter verlassen haben?” - “Auf meinem Rücken.” Naja, er macht auch nur seinen Job und das gar nicht so schlecht, denn Terroristen hatten wir keine im Flieger.

Beim Boarding versuche ich, der Lieb- und Verwandtschaft zuzuwinken, ich sehe sie, aber sie mich leider nicht. Der Flieger war eine Boeing 757-200, eine Maschine, die in meinen Augen mehr an eine fliegende Zigarre erinnert, als jede andere. Naja, Hauptsache, das Ding fliegt. Beim Betreten gebe ich dem Flieger einen Klaps auf die Aluminiumhaut und suche nach meinem Platz. Na toll - ich habe einen Sitz in der Mitte und der Typ, der am Fenster sitzt, will nicht tauschen. Zumindest läßt sein Kumpel mit sich reden und so komme ich immerhin an die zweitbeste Variante, nämlich den Sitz am Gang. Vom Start sehe ich so leider nicht besonders viel, zudem sitzen wir direkt über dem Flügel, also Pustekuchen mit Hamburg und New York von oben.

Los geht’s um 9:00. Der Flug an sich ist relativ langweilig, man hängt seinen Gedanken nach(hast du alles dabei, irgendwelche Formalitäten vergessen, wirst du überhaupt klarkommen in einen wildfremden Land, ihr fehlt mir alle, ich will nach Hause…), versucht zu lesen und entspannt schließlich ein wenig. Etwa zwei Stunden nach dem Start gibt’s Essen - “Would you like beef or chicken, Sir?”. Das Essen - Reis, Gemüse und etwas, das mich an Gulasch erinnert - schmeckt besser als erwartet, da kann sich die Mensa der FH glatt noch ne Scheibe abschneiden. Unwichtige Beobachtung: der Mensch am Fenster ist Vegetarier und bekommt eine Extrawurst(im wahrsten Sinne des Wortes).
In regelmäßigen Abständen kommt ein Steward vorbei und bietet Getränke an, wovon ich regen Gebrauch mache, meine Bonaqa-Flasche soll schließlich noch etwas halten. Ich versuche, mich etwas mit meinen Mitreisenden zu unterhalten, aber entweder mangelt es mir am konversatorischen Talent oder die beiden sind einfach gerade nicht gesprächig.Was ich erfahre ist, dass sie nach Peru reisen, um dort Urlaub zu machen. Einer der beiden hat dort eine Bekannte von einem Austausch, die sie besuchen wollen.

Um 11:40 Uhr (man beachte die Zeitdifferenz) komme ich in Newark, New Jersey an, in Sichtweite von New York, New York. Weil ich da schon immer mal hinwollte, und lt. Flugplan 6 Stunden Aufenthalt hatte, war mein fester Plan, den Check-Out so schnell wie möglich hinter mich zu bringen, einen Olympic-Bus in die Stadt zu schnappen und eine kurze Sightseeingtour durch Manhatten zu machen. Aber zuerst kam die Einreisekontrolle: ich stelle mich an einer laaangen Schlange an und warte. Schließlich komme ich am Schalter an, der Beamte nimmt mir meine beiden Zeigefingerabdrücke ab, macht ein Foto, fragt, wie lange ich bleibe und läßt mich dann ziehen. Ich hole mein Gepäck und gebe es gleich wieder auf und stelle mich dämlicherweise bei der Sicherheitskontrolle an. Die ist übrigens unwesentlich strenger als in Deutschland, man muß den Gürtel ablegen, die Schuhe ausziehen und den Laptop aus der Tasche auspacken. Nachdem ich durch die Kontrolle bin, fängt mein Gehirn langsam wieder an zu arbeiten. Du wolltest doch noch in die Stadt! Der Zeitplan sieht ungefähr anderthalb Stunden effektiven Aufenthalt in der Stadt vor, also umgedreht, noch schnell aufs Klo, dann den zu den Busterminals gehörigen Ausgang gesucht und WAMM! Die Hitzewelle, die derzeit über New York liegt, schlägt mir nach dem Aufenthalt im klimatisierten Flieger wie ein Faustschlag ins Gesicht. Ich rede hier nicht von dem, was man in Schleswig-Holstein als “Hitzewelle” bezeichnet und was dann heißt, daß man endlich mal das Haus mit weniger als 5 Kleidungsstücken verlassen kann. Wovon ich rede, sind mindestens 35°C im Schatten und wahrscheinlich nochmal 10°C mehr in der Sonne und das ist wirklich kein Vergnügen mehr, wenn man es sowieso eilig hat. Der langen Rede kurzer Sinn: ich verkürzte meinen Aufenthalt in New York auf die Zeit, die man braucht, um kurz durch die Grand Central Station zu laufen, eine Buddel Gatorade zu kaufen(und quasi auf ex auszutrinken), einen kurzen Blick in den Bryant Park zu werfen und wieder in den Bus zu steigen.

Wieder am Flughafen vertrieb ich mir dann die Zeit damit, auf meinen Flieger zu warten(der natürlich, nach gut mexikanischer Sitte, zu spät war). Check-In, Boarding etc. ist inzwischen Routine. Ich betrete mein letztes Flugzeug für heute, eine Boeing 787-300, ebenfalls von Continental Airlines. Nach den Blicken, die ich beim Warten auf die Pässe erhaschen konnte, sind die meisten meiner Mitreisenden aus Mexiko, lediglich etwa vier Deutsche inklusive mir konnte ich darüberhinaus ausmachen. Ich nehme meinen Platz neben einem jungen Mexikaner, der am Fenster sitzt ein. Er sieht sich ziemlich teilnahmslos eine FHM an(auf das Wort “liest” habe ich bewußt verzichtet) und packt schließlich ein Buch aus. Das kann er ja wohl auch auf dem Mittelsitz lesen, also frage ich ihn, ob es ihm etwas ausmachen würde, die Plätze zu tauschen und mich ans Fenster zu lassen. Er überlegt ein wenig und sucht offenbar die richten Worte - dann sagt er, daß ihm der Platz, auf dem er sitzt, ganz gut gefällt. Hmpf.

Takeoff - ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, welche Beschleunigungsleistung die Triebwerke zu entwickeln in der Lage sind. New York wird unter mir langsam kleiner - schade, ich wäre gern länger geblieben. Der Typ neben mir liest in seinem Buch, während eine der zweifellos großartigsten Städte der westlichen Welt unter uns vorbeizieht und ich die Aussicht förmlich in mich aufsauge.
Der restliche Flug läuft wie geplant, das heißt: schlafen. Nach vierzehn Stunden, die ich inzwischen unterwegs bin, werden mir doch langsam die Augen schwer. Meine Nachtruhe wird lediglich von einem Imbiß unterbrochen: ein Sandwich mit Hähnchen und Käse, das eigentlich nur deshalb erwähnenswert ist, weil es dazu eine scharfe Chilisoße (im Nachhinein betrachtet dürfte das mein erster echter Eindruck von Mexico sein) von der Firma “Cholula” gibt - zufälligerweise der Name der Stadt, in der ich die nächsten Monate verbringen werde.

Um etwa zehn Uhr abends dann Ankunft in Mexico City - wow, so weit weg von zuhause war ich wohl noch nie. Dank rudimentärer Sprachkenntnisse kann ich mich einigermaßen auf dem Airport orientieren und finde sogar die Gepäckausgabe. Alle Koffer sind angekommen, Schwein gehabt. Weiter geht’s zum Einwanderungsschalter, mein FM3-Visum öffnet mir Tor und Tür. Am dahintergelegenen Zoll empfängt mich eine Person, die “Beamtin” zu nennen ich nicht wage: ein junges Mädchen, mitte, höchstens ende Zwanzig, mit rot getönten Strähnen, ärmellosem Top, engen schwarzen Hosen und – einem Lutscher im Mund bittet mich, meine Zollerklärung in das Lesegerät zu schieben…gerne doch. Danach muß ich auf einen Knopf drücken, was ich auch tue und darauf warte, dass etwas passiert. Der Bildschirm färbt sich grün, ich schaue etwas fragend zum zweiten Zollbeamten, der mir bedeutet, weiterzugehen. Was, das war’s schon? Stimmt, auf dem Bildschirm steht’s…lesen sollte man können.

Meinen Kofferwagen muß ich stehen lassen, bevor ich rausgehe, dann folge ich den Wegweisern zu den taxis licenciados, tausche unterwegs noch fix zwanzig Dollar um(meine Reiseschecks wollte die Dame allerdings nicht) und stelle mich an eine ewig lange Schlange an. Auf halbem Weg nach draußen drängeln sich drei Verkaufsschalter unterschiedlicher Firmen für boletos in eine Nische…wenn das keine freie Marktwirtschaft ist. Ich gehe auf den ersten zu, sage, dass ich um TAPO will(dem zentralen Busterminal von Mexico City), löhne hundert Pesos(was mir teuer vorkommt) und – muß mich wieder ganz hinten anstellen. Ein Typ spricht mich dort auf spanisch an, ich antworte auf englisch: er will wissen, ob man sich auch anstellen muß, wenn man schon ein boleto hat. Ich nutze die Gelegenheit um festzustellen, ob der Ticketverkäufer mich über’s Ohr gehauen hat und frage, ob 100 Pesos für die Fahrt zum TAPO ok sind. Joa, seines hat 175 gekostet, scheinbar sind das übliche Preise. Wir kommen ins Gespräch, er fragt mich, wo ich mit dem Bus hinwill und ich erzähle ihm, dass ich nach Puebla fahre, aus Deutschland komme, und so weiter. Er kommt aus Chile, hat aber lange Zeit in Mexico City gewohnt und will jetzt wieder dorthin. Zufällig lässt er den Namen Acapulco fallen, worauf ich ihm sage, dass ich da auch gerne noch hinwürde. Allerdings rät er mir davon ab und empfiehlt mir stattdessen, nach Oaxaca an den Strand zu gehen - “lots of europeans there and it’s not that expensive” - schlagendes argument, also werde ich das mal ins Auge fassen. Wir unterhalten uns noch eine Weile weiter, während die Schlange vorrückt, bis wir endlich auch ein Taxi besteigen dürfen - “al TAPO, por favor” - und auf geht’s.

Am TAPO angekommen, lädt der Fahrer meine Koffer aus, verabschiedet sich und wünscht eine gute Nacht und fährt seiner Wege. Ich greife meine Koffer und mache mich auf den Weg zum Verkaufsschalter der Estrella Roja Busse, den ich nach kurzer Suche auch finde. Eine junge senora sitzt am Schalter. “Hola, buenas noches. Habla Usted inglés?” – “No.”. Hmpf, na ja, es ist ihr Land und ich bin der Besucher. Ich mache ihr klar, dass ich nach Puebla will, lasse mir ein Ticket für 45 Pesos verkaufen - umgerechnet gerade mal vier Euro, Kampfpreis! Damit komme ich in Deutschland gerade einmal ans andere Ende der Stadt. Mit dem Ticket marschiere ich zum Bus, der mit geöffneter Ladetür auf mich wartet. Der Busfahrer macht keine Anstalten, mir die Koffer abzunehmen(ok, vier euro…), fuchtelt aber dafür mit einem Metallsuchgerät an mir herum, nachdem ich die Koffer selbst verstaut habe.
Im Bus sitzen bereits einige Mexikaner, teilweise schon am schlafen. Ich setze mich auf meinen Platz. Auf der anderen Seite des Ganges sitzt eine Mexikanerin, die mich neugierig beäugt. Komisches gefühl, eine der Einwanderungsbeamtinnen konnte auch den Blick nicht von mir lassen. Aber das wird mir wohl noch öfter passieren, dass man mir nachguckt, schließlich steht mir das “extranjero” breit über die Stirn geschrieben. Die Sitze sind für einen Bus sehr bequem, man hat viel Beinfreiheit und kann die Lehne fast komplett in die Waagrechte stellen. Kurz nachdem ich eingestiegen bin, geht es auch schon los. Ich sehe konzentriert aus dem Fenster und sehe einen Fußballplatz zwischen den Betonpfeilern der Straßenbrücken, auf denen sogar um diese Zeit (22:30 Uhr) noch Betrieb ist. Möglicherweise ist es tagsüber zu heiß zum bolzen…
Wir fahren einen langen Boulevard mit relativ langem Mittelstreifen entlang, auf dem ebenfalls Fußballplätze angelegt sind, und: Spielplätze, praktisch mitten auf der Straße. Wenn ich daran denke, welche Probleme man in Deutschland damit hat, mit seinen Kindern auch nur die Straße zu überqueren… Mir fällt auf, dass Mexico City tatsächlich so aussieht, wie ich mir Mexico vorgestellt habe. Überall schlichte Stein-, bzw. Betonhäuser, maximal zwei Stockwerke hoch, über und über bedeckt mit Reklame, die man einfach mit Farbe auf die Wände pinselt und die darüber informieren, dass sich hinter dieser Tür eine Autowerkstatt oder eine Bar oder ein Supermarkt verbirgt. Was mir auffällt: es gibt praktisch keine Leuchtreklame oder Neontafeln, wie man sie aus europäischen oder amerikanischen Städten kennt. Entsprechend sind die einzigen Lichtquellen die Straßenlaternen, die allerdings auch nicht durchgängig funktionieren.

Auf dem Weg aus der Stadt beobachte ich die vorbeiziehenden Siedlungen. Es handelt sich größtenteils um slumartige Bauten, ohne Plan und System hingekleistert. So etwas wie die deutschen Reihenhäuser ist hier scheinbar undenkbar. Ein paar Kilometer weiter allerdings: eine Siedlung mit zig Häusern, die alle absolut gleich aussehen, sofern man das in der Dunkelheit beurteilen kann.

Allmählich gibt es weniger zu sehen, zudem fängt es auch noch an zu regnen. Ich bin froh, dass ich meinen Pullover die ganze Zeit griffbereit mitgeschleppt habe(und dafür im vorübergehend wüstenartigen New York ein paar verwunderte Blicke geerntet habe), denn hier ist es inzwischen ganz schön kalt. Ich versuche, ein wenig Schlaf zu bekommen, und verbringe die restliche Fahrt im Dämmerzustand…

Schließlich kommen wir am CAPU(der Busbahnhof) in Puebla an. Schema F, inzwischen bin ich ja ein alter Hase. Routiniert suche ich den schalter für die taxis licenciados. Im Terminal sitzen verstreut ein paar Mexikaner herum, offenbar die Besitzer der Läden, die inzwischen Feierabend haben. Ich gehe auf den Verkaufsschalter der Taxigesellschaft zu und zeige dem Typen die Adresse meines Hostals – ein Glück, dass ich sie haarklein aufgeschrieben habe, der Kerl kann mit dem Namen allein und “Cholula” nämlich scheinbar nichts anfangen. 85 Pesos soll der Spaß kosten. Soviel habe ich nicht mehr. Na ja, ich habe ja noch ne Ecke Dollars dabei. Ärgerlich nur, dass er die nicht will. Hm…Kreditkarte? No. Euros? No. Ok, jetzt ist guter Rat teuer. Der Angestellte gibt mir aber trotzdem einen: ich soll doch mal die Leute im Terminal fragen, ob sie mir vielleicht was eintauschen. Gesagt, getan, meine erste Station ist ein Kiosk. Der Verkäufer scheint irgendwas unter dem Tisch zu suchen, also spreche ich ihn einfach an. Es stellt sich heraus, dass er mit dem Gesicht auf der Tischplatte geschlafen hat…also so was. Aber Dollars tauscht er auch nicht ein. Ich laufe ein wenig planlos durch den Terminal auf der Suche nach einem Geldautomaten, finde aber nichts. Schließlich spreche ich einen Polizisten an, der dort ebenfalls herumsteht. Er versteht sogar ein wenig englisch und ich mache ihm begreiflich, dass ich Dollars habe, Pesos brauche und ob es hier irgendwo eine Wechselstube oder einen Geldautomaten gibt. Hmmmm…nach etwas Nachdenken erklärt er mir, dass ich rausgehen müsse und “al nueve” gehen soll. Also nach links? OK, das sollte erstmal reichen. Ich bedanke mich, schnappe mir meine Koffer(von denen ich vor der Abreise noch getönt habe, die seien ja gar nicht so schwer, inzwischen habe ich ganz schön lange Arme)und marschiere los. Der CAPU ist kreisförmig aufgebaut, in der mitte der Terminal, in dem ich angekommen bin, dann ein innerer Ring, in dem die Busse ankommen und ein äußerer Ring, in dem sich der Abfahrtsterminal befindet. Dorthin gehe ich, latsche wieder an vor sich hindösenenden Reisenden vorbei. In einem Imbiß steht ein Fernseher auf dem ein Fußballspiel läuft. Ich gehe vorbei und beginne, wieder an Glück zu glauben, als ich einen Geldautomaten sehe. Erfreut gehe ich darauf zu und stelle fest, dass der Bildschirm irgendeine Fehlermeldung auf DOS-Ebene anzeigt. Hallo?! Seit wann fallen Geldautomaten aus? Naja, andere Länder… Zum Glück gibt es ein paar Schritte weiter einen zweiten Automaten, der mir für 7 Pesos Gebühr 200 Pesos Bares ausspuckt. Glück gehabt! Wieder zurück zum Taxistand, boleto gekauft und raus zu den Wagen. Dem Fahrer drücke ich den Zettel mit der Adresse in die Hand, der zieht die Stirn kraus und sagt etwas, das ich als “ich hab keine Ahnung, wo das ist, aber fahren wir mal los” auffasse.

Auf der fahrt durch die Stadt fällt mir auf, dass alle naslang ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht vorbeifährt. Allerdings halten die brav an den roten Ampeln an und scheinen es überhaupt nicht eilig zu haben. Auch macht niemand Anstalten, die Streifenwagen durchzulassen oder Platz zu machen. Ich stellte die Theorie auf, dass die Polizisten offenbar nur gerne blinkende Lichter auf dem dach haben. Vielleicht geht es auch darum, einen Polizeiwagen schnell als solchen erkennen zu können. No se…

Auf dem Weg nach Cholula kommen wir an einem Wegweiser mit der Aufschrift “Universidad de las Americas” vorbei. Ganz falsch kann ich also nicht sein. Aber abwarten: die Fahrt durch Cholula wird der bisher größte Spaß meiner Reise. Der Fahrer hat tatsächlich keinen Schimmer, wo mein Hostal ist und fährt mit mir kreuz und quer durch alle möglichen Gassen, in die ich wohl nicht mal am Tag gehen würde. Zum Zustand dieser Straßen ist eigentlich nur folgendes zu sagen: ein Kopfsteinpflaster ist dagegen einen ebene Fläche. Hinzu kommt, dass momentan Regenzeit in Mexico ist, so dass die ohnehin schlechten Seitenstraßen frappierende Ähnlichkeit mit der mecklenburgischen Seenplatte haben. Einmal fahren wir durch eine Pfütze, in der ich tatsächlich Angst hätte zu ertrinken…
Irgendwann hält der Fahrer an einem Supermarkt und fragt nach dem Weg. Nach ein paar Minuten kommt er wieder raus und ich frage ob alles ok ist. Ja, ja, scheinbar alles in Butter. Prima, dann komme ich wohl doch noch ein Bett heute nacht - inzwischen ist es halb zwei und meine Lust auf weitere Touren nähert sich stetig dem absoluten Nullpunkt. Aber noch sind wir nicht da, vorher müssen wir noch einen Polizisten fragen, der gerade seinen Dienstwagen mit einem Eimer Wasser abspült und in eine Seitengasse hineinfahren, in der es zwar stockdunkel ist, wo dafür aber zwei streunende Hunde kläffend auf unseren Wagen zustürmen. Sogar der Fahrer zieht es vor, sein Fenster zu schließen. Wann hatte ich mich noch gleich gegen Tollwut impfen lassen?

Irgendwann wird es mir zu doof und ich bitte den Fahrer, mich zu einem anderen Hotel zu bringen. Er fährt mich zum Hotel Posada Senoral, das von außen einen sehr ordentlichen Eindruck macht. Dort laden wir meine Koffer aus. Der Fahrer, der vorhin meinte, dass er sich am Tage hier besser zurechtfinden würde, gibt mir die Hand, wünscht mir eine gute Nacht, ich drücke ihm zehn Pesos in die Hand und bedanke mich bei ihm. Dann lasse ich mir vom Portier für vierhundert Pesos(ha! Kreditkarte sei dank) einen Zimmerschlüssel geben und suche mein Nachtquartier auf. Ärgerlicherweise habe ich das Fotografieren vergessen, aber das Zimmer sieht sehr ordentlich aus, die Matratze ist hart und gut in Schuß, es gibt Fernsehen, Telefon und, willkommen in der Zivilisation, WLAN-Internet. Ich schaffe es sogar, meinen mitgebrachten Steckdosenadapter in die Steckdose zu bugsieren, und damit mein Handy aufzuladen, dass langsam aber sicher die Biege machte. Fix E-Mails gecheckt, Sandra geschrieben, dass ich angekommen bin und gefragt, wo sie sich aufhält und dann, nachdem ich gute 28 Stunden unterwegs war, das erste mal wieder ins Bett gegangen.

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